Manche Urlaubskönige haben zu viel den Blick auf Mangel

Bei meiner persönlichen Inventur habe ich gedacht, wie schön es doch ist, dass mich immer weniger aufregt im Leben.

Ha! Da kommt dann gleich eine Situation um die Ecke und erinnert mich an etwas, was ich völlig vergessen habe!

Heutzutage kann sich jeder Urlauber im Internet auf diversen Portalen beschweren. Das hat manchmal richtig schlimme Folgen für Hoteliers und Veranstalter! Die sogenannten Urlaubskönige haben zu viel Macht und sie haben auch nicht immer recht. Was bewegt denn sie dazu, immer den Blick auf den Mangel zu richten?

Neulich saß in der wunderschönen Sauna des Hotels im Erzgebirge, wo freundlich und nett darauf hingewiesen wird, die Liegen bitte nicht zu besetzen. Und natürlich waren die Liegen andauernd belegt mit Menschenkörpern, die darauf schliefen, lasen, auf ihren Liegen klebten und wenn sie mal nicht besetzt waren, dann waren sie mit Handtüchern und Taschen belegt.

So hat mich plötzlich dieses Thema gestern Abend wieder gefunden. Ein Thema, über das ich mich eigentlich schon immer extrem aufgeregt habe!

Nora Curcio im Erzgebirge
Saunalandschaft im Erzgebirge
Heusauna im Alten Zollhaus

Als Hotelierstochter, Reiseveranstalterin in die Wüste und Theaterchefin habe ich viel mit Menschen zu tun.
Dieses kleinkarierte Menschheitsdenken erlebe ich immer wieder! Vor allem bei Deutschen ist der Blick auf den Mangel hoch im Kurs!

TripAdvisor & Co! Urlaubskönige können hier schön aus dem Hinterhalt schießen!

Eine Mitarbeiterin hatte sich vor kurzem die Mühe gemacht und alle Bewertungen gelesen über das Hotel im Erzgebirge.

Vielleicht ist es manchen gar nicht bewusst, wie sehr die Hotel- und Gaststättenbranche seit zwei Jahren unter den Corona Maßnahmen leidet?

  • Mal auf. Dann plötzlich wieder zu.
  • Dann Kurzarbeitergeld. Damit die Krankenkassen weiter gefüttert werden und alle versichert bleiben können.
  • Dann Maßnahmen überall neu errichten.
  • Neue Konzepte für Buffets und Küche und all das kostet!
  • Mitarbeiter, die andauernd fehlen, weil sie Corona haben oder abwandern!
  • Und steigende Energiepreise müssen auch bezahlt werden.

Wer will heute noch in der Hotelbranche arbeiten?
Alle neue Regeln müssen umgesetzt werden.

Und nicht wenige haben all ihre Ersparnisse in ihre Betriebe gesteckt, um nicht unterzugehen und  viele gehen trotzdem unter.
Ein Gast sagte zu mir neulich: Ja, ja, die Hotels sind alle ganz schön teuer geworden. Die lassen sich das was kosten!

Als ich mich durch verschiedene Portale durchgescrollt hatte, konnte ich nur den Kopf schütteln (ist milde ausgedrückt!).
Ich würde in solchen Momenten die Menschen gerne mal an ihren Kopf packen, an ihr Hirn appellieren und ihre Nase rein
halten in ihre, im Netz ausgekotzten klugscheißerischen Bewertungen!


Das Hotel hatte gerade ein paar Tage eröffnet (Endlich! Sachsen musste sehr lange auf die Wiedereröffnung warten!)
Die Mitarbeiter und der Besitzer hatten so viele Verbesserungen in Gang gesetzt und dabei sogar alles extrem verschönert,
in der Zeit, wo alles geschlossen war. Diesen Mut muss man mal haben!

Man könnte ja zum Beispiel erstmal das schreiben was schön ist, aber nein! Das ist ja selbstverständlich und es fällt einem nur auf was nicht perfekt ist, was fehlt und was man verbessern könnte.

Wieso ist dem Menschen es so wichtig, dass scheinbar Schlechte ins Licht zu setzen?

Welche Befriedigung gibt das einem?

Hier ein paar Auszüge aus dem Netz:

Das Personal schien überfordert zu sein…

Kaum Steckdosen im Zimmer…

War ok, aber für den Zustand zu teuer…

Kein Wasserkocher im Zimmer…

Hellhörig ist es…

TV Empfang war wetterabhängig…

Unmöglich! 3 euro für Bademantel extra (die hochwertige Sauna ist im Preis mit dabei und der Gast wird bei der Buchung darauf hingewiesen und darf seinen eigenen Bademantel und Sauna selbstverständlich mitbringen)…

Kopfkissen sind schlecht…

Der Abzug im Bad war defekt…


Urlaub in der Wüste

Absurde Beschwerden im Wüstenhotel:

Da war Staub/ Sand im Zimmer
Das Bier war nicht kühl genug…
Sie sagten, es geht um 9:00 Uhr los… jetzt ist es schon 9:30 Uhr!

In der Wüste gibt es Sandstürme und da gibt es tatsächlich Menschen, die sich darüber aufregen, dass der feine
Saharasand durch die Ritzen der Hoteleinrichtung reinkommt? Und dass es kein kühles Bier gibt?

HALLO?!! Gehts eigentlich noch??

Was ich persönlich an Wüstenreisen so liebe, ist die Herausforderung, mit unvorhersehbaren Situationen in den Kontakt zu kommen.
Es ist diese Art von Reisen, die man nie vergessen wird! Die Natur zwingt uns zur Demut und gibt den Rhythmus an.
Das kratzt an manchen Egos ganz schön!

Zwiebeltechnik für alle Fälle!
Manchmal kommt es anders als man denkt… Musikfestival im Sandsturm
Das beste draus machen und alles genießen!

Der Gast ist König und viele denken: so jetzt habe ich das Zepter in der Hand!

Warum müssen wir Deutsche immer einen Hinweis an andere geben, wie sie es besser machen könnten.
Wie du z.B. deinen Wagen richtig hinstellst (das passiert mir häufiger).
Da ich viel im Ausland war und bin, habe ich diese Mentalität immer wieder wahrgenommen wenn ich in meine deutsche Heimat wieder zurück gekommen bin.

Besonders im Schwabenländle scheint jeder das Recht zu haben Hinweisschilder hochzuhalten,
und anderen zu sagen, was geht und was nicht.

Und diese Unsitte in unserer Gesellschaft, überall seine Meinung anonym im Netz auszuwerfen und somit gleichzeitig Hoteliers und Veranstalter zu erpressen, ist zum „Nach-Erholungs-Sport“ einiger Familien geworden.

Ich muss zugeben, dass ich die erste bin, die sich beim Kellner beschwert, wenn mir was nicht schmeckt, oder sonst was nicht passt.  Das ist auch richtig so! Nur so können Verbesserungen in Gang kommen. Aber das mache ich direkt aus mit dem Kellner, dem Koch- einfach vor Ort aus und nicht im Netz, wo ich dem Hotel und den Menschen die da arbeiten sehr sehr viel Schaden zufügen kann!

Direktes Beschweren kann zur Verbesserung führen auch ohne das ich dafür auf einen „Umsonstlerl“ spekulieren müsste.

Und das steckt auch so oft dahinter!

Umsonst, Rabatte und Schnäppchen!
(Darüber habe ich mal ein herrliches Früh-Stücks-Programm in meinem Theater geschrieben und gespielt).

Die Macht des Gastes wird schamlos ausgenutzt

Was mussten Hoteliers nicht schon alles schlucken!
Da haben Gäste Teppiche, Bademäntel, Bilder, Zimmerdekorationen, u.a. aus dem Hotel in ihren Koffer herausgetragen
und obwohl der Hotelier das wusste, konnte er nichts dagegen machen!

Warum nicht?

Weil er um die Macht des Gastes weiß und er am Ende mehr Schaden davon haben wird!


Liegen besetzen und Stullen für den Familienausflug schmieren

Hotel Kalura -Terrasse zum Meer

Einmal saß ich beim Frühstück im Hotel auf Sizilien am Meer. Ein riesengroßes Frühstücksbuffet war da errichtet…
Am Buffet hängt ein Hinweisschild, wo der Gast freundlich gebeten wird, nichts vom Buffet mitzunehmen.
Und wenn ja, kann er das gerne zu einem kleinen Aufpreis tun.

Aber DAS liest der sonst so belesene Urlauber wohl irgendwie nicht.

Ich sitze jedenfalls da und glaubte meinen Augen nicht zu trauen! Da packte eine Frau für ihre 4-köpfige Familien 12 Kuchenstücke ein und schmierte 12 Brote für den Tag.

In der mitgebrachten Tuberschüssel kam dann noch der Joghurt und Müslisnacks.

Ich konnte mich nicht mehr halten und machte die Frau höflich darauf aufmerksam, dass man das nicht machen darf.
(Ich tat so, als sei ich ein Gast) und ging kurz um die Ecke. Als ich wieder kam, war sie weg mitsamt ihrem Rucksack voller Tagesproviant.

Diese Ungerechtigkeit der selbsternannten Urlaubs-Könige nervt mich extrem!!

Wir vergessen die Sitten anderer Kulturen und das wir Gäste sind!

Warum reisen wir nochmal?

Ist es nicht deshalb so, weil wir mal andere Kulturen und andere Sitten erleben möchten?

Und gehört es nicht dazu, dass WIR uns in das jeweilige Land anpassen sollten, als umgekehrt?

Das sind die Herausforderungen, die uns doch dazu einladen zu wachsen und unsere Abenteuerseele etwas heraus zu kitzeln. Und sind es nicht genau diese Geschichten, die wir am Stammtisch so gerne erzählen?

Der unpünktliche Autobus, das Warten und die Erkenntnis, dass in anderen Ländern 10 Minuten Verspätung, pünktlich heißt.

Eine kleine Geschichte auf dem Weg in die Wüste

Auf dem Weg dorthin saß ich mal an einem Taxistand und wartete 5 Stunden auf ein Sammeltaxi,
welches eigentlich laut Plan in einer halben Stunde kommen sollte.

Ob ich wütend war? Gelangweilt?

Zuerst war ich genervt. Klar! Aber dann habe ich meine Atem- und Präsenzübungen gemacht. Das mache ich immer, wenn ich irgendwo warten muss. Und ich habe mit ein paar Menschen gesprochen, mit Händen und Füßen und kleine Szenen beobachtet.

Wenn ich unterwegs in Marokko bin, habe ich absichtlich nur WLAN und kein mobiles Netz. 
Und zwar genau deshalb, weil ich nicht in Versuchung kommen möchte, stundenlang meinen Blick auf dieses kleine Teil zu haben. 

Ist eine Landschaft langweilig? Manchmal ja. Aber wenn man tiefer taucht, entdeckt man etwas darin. Immer. Selbst in der Steinwüste!

Eine Sizilianerin zu Besuch in Berlin

Eine Freundin aus Sizilien, die war mal in Berlin. Schon oft mittlerweile, aber als sie das erste Mal zurückkam,
fragte ich sie, was sie an Berlin am meisten beeindruckt hatte?

Sie: Ich stand am Abend auf dem Fernsehturm und alle Autos fuhren in einer Linie! Alle Scheinwerfer in einer Linie! Nicht wie in Palermo, wo alle durcheinander fahren und dort das reinste Chaos herrscht. 

Und sie erzählte mir, dass es so kalt war und sie stand mit ihrem deutschen Freund an der Haltestelle und sie warteten auf den Bus.
Es war total vereist. Auf dem Fahrplan stand, dass der Bus 18:52 Uhr ankommt. Als der Bus dann um 19 Uhr ankam,
schimpfte eine Frau dermaßen über diesen Bus, der sooooo sehr Verspätung hatte!

Sie war fassungslos. Sie sagte mir: weißt du, bei uns ist nie ein Bus oder Zug pünktlich und wir freuen uns, wenn er kommt.
Und hier war alles vereist und der Bus der kam trotzdem! Stell dir mal vor, Nora! Der Bus kam!

Das Reisen schätzen und uns in anderen Kulturen als Gäste verhalten

Was wir auch schätzen könnten, ist der Blick auf unser Land. Und die Freude darüber das es hier so ist wie es ist.
Oder auch eine Inspiration zu einer anderen Denkweise, welche wir mitnehmen und neu in unser Leben integrieren.

Da sind so viele Schätze, die man entdecken kann. 
Wenn man will. Wenn man offen dafür ist.
So ist es mit dem Reisen!
Ich entscheide mich schon vorher im Geiste, dass ich was Schönes oder für mich persönlich
wertvolles oder interessantes erleben möchte. Ich stelle meinen Geist darauf ein.
In der Regel werde ich das dann auch tun. Und manchmal ist das Glück trügerisch und nicht sofort ersichtlich.
Auch das gehört dazu! Wir machen im Leben und auf Reisen eben Erfahrungen.

Die Geschenke packe ich spätestens nach der Rückreise aus und manchmal sehr viel später!

Denn alles was nicht funktioniert hat, so wie ich mir das “vorstellte”, kann mir eine Lehre sein.
Die Lehre zum Beispiel, dass wenn ich den Vorhang meiner Vorstellungen beiseite schiebe,
ich den Raum aufmache für Gegebenheiten, die ich mir vorher so nie erträumt hatte.

Eine tiefe Dankbarkeit überkommt mich! Ich darf hier sein! Ich darf Urlaub machen! Die Hotels sind wieder auf!

Wir dürfen so dankbar sein, dass eine Branche, die unglaublich gebeutelt war in den letzten Jahren, uns wieder zur Verfügung steht und wir nach zwei Jahren wieder woanders hinreisen können und übernachten dürfen, mit allem Komfort!

Ich wünsche mir, dass Gäste auch mal was Gutes und Schönes ins Netz schreiben!
Denn ich erlebe täglich die vielen Komplimente von überaus zufriedenen und wertschätzenden Gästen!

Diese Gäste gibt es nämlich auch! Paradoxerweise sind dies Gäste nicht auf TripAdvisor & Co und schreiben auch keine Bewertungen.
Das finde ich persönlich so schade! Denn genauso ist der Mensch: Den Blick zu oft auf den Mangel, zu oft auf das, was fehlt.
Ich möchte gerne ein Bewusstsein für die Macht der Worte auf solchen Seiten setzen! Und auf die Nachsicht bei Kleinigkeiten,
die man wirklich nicht unbedingt ins Netz stellen muss!

Wir haben gelernt, dass das Leben von jetzt auf nachher anders gehen kann! Und ich appelliere für Unterstützung und
der Verbreitung von positiven Vibes!
Denn generell sollten wir alle viel mehr uns gegenseitig loben und bedanken. Höflichkeit öffnet die Türen und ein Lächeln die Herzen!

Hallo Leben, ich bin da! Und ich fühle mich als Königin! Als Urlaubskönigin sozusagen!
Überraschungen geben die Würze und genau da beginnt das Abenteuer!

Lust auf Abenteuer?

Ich biete innere und äußere Reisen an:

  • Wüsten Retreats
  • Tanz und Yoga Reisen ins Erzgebirge
  • Tanzreisen nach Sizilien
  • Themenbezogene Retreats
  • Weiblichkeit, Lebensfreude &
    Dolce Vita am Meer

Informationen zu meinen Reisen und Retreats:
https://noracurcio.com

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